Ratgeber · · 6 Minuten Lesezeit
Google Ads oder Meta Ads? Welcher Kanal für welchen Betrieb.
Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, und die ehrliche Antwort ist: Es hängt davon ab, ob die Menschen dein Angebot schon suchen oder erst darauf gebracht werden müssen. Hier steht, wie beide Kanäle arbeiten, was eine Anfrage als Richtwert kostet und welche Regel die Entscheidung in zwei Minuten klärt.
Von Christoph Schuffenhauer, Geschäftsführer My Digital Solution GmbH
Zwei Kanäle, zwei Momente
Google Ads erscheinen, wenn jemand sucht: „Heizung Notdienst Bayreuth“, „Steuerberater wechseln“. Die Absicht ist hoch, der Moment kurz, und du konkurrierst mit jedem Portal und Wettbewerber um dieselbe Suchanfrage. Meta Ads erscheinen, während jemand durch Facebook oder Instagram scrollt: Die Absicht ist noch nicht da, aber du erreichst Menschen, bevor sie suchen, in deiner Region, mit deinem Angebot, und du hast keine zehn Mitbewerber direkt daneben.
Was eine Anfrage kostet, als Richtwert
Bei Google zahlst du je Klick, und in umkämpften Branchen sind das schnell 5 bis 25 €; bei Photovoltaik, Rechtsberatung oder Versicherungen auch mehr. Rechnet man mit 5 bis 10 % Anfragequote auf der Website, landet eine Anfrage bei 50 bis 250 €. Bei Meta liegt die Anfrage mit Telefonnummer als Richtwert zwischen 10 und 80 €, die Qualität ist dafür gemischter, weil die Menschen nicht aktiv gesucht haben. Beides sind Spannen aus vergleichbaren Kampagnen, keine Zusage.
- Google: Klick 5 bis 25 €, Anfrage 50 bis 250 €
- Meta: Anfrage 10 bis 80 €
- Google: hohe Absicht, kleines Volumen
- Meta: großes Volumen, Qualität hängt am Formular und am Rückruf
Welcher Kanal für welchen Betrieb
Notdienste, Reparaturen und alles, was Menschen akut brauchen, gehören zu Google: Wer um 22 Uhr einen Rohrbruch hat, scrollt nicht durch Instagram. Alles, was man sich vornimmt, aber aufschiebt, gehört zu Meta: Solaranlage, neues Bad, Immobilienverkauf, Fitnessstudio, Coaching, Selbstzahlerleistungen in der Praxis. Steuerberater und Finanzberatung funktionieren auf beiden Kanälen, Google für den aktiven Wechsler, Meta für den unzufriedenen, der noch nicht sucht.
Warum lokale Betriebe oft mit Meta starten
Drei Gründe: Das Volumen ist größer, weil du nicht auf Suchanfragen wartest. Die Anzeige verkauft dein Angebot, nicht nur deine Existenz, und du kannst sie mit Video und echten Mitarbeitern aufladen. Und du baust Zielgruppen und Daten auf, die mit jedem Monat besser werden, statt bei jedem Klick neu zu bieten. Der Preis dafür ist Disziplin beim Rückruf: Meta-Anfragen kühlen schneller ab als Google-Anfragen, weil die Absicht jünger ist.
Die Entscheidungsregel in zwei Minuten
Frag dich: Sucht mein Kunde aktiv und sofort nach meiner Leistung? Dann Google zuerst, Meta als Ergänzung. Nimmt mein Kunde sich etwas vor und schiebt es auf? Dann Meta zuerst, Google für die, die schon suchen. Und in beiden Fällen: Erst der Rückruf, dann der Kanal. Eine Anfrage, die niemand in Minuten anruft, ist bei Google genauso verloren wie bei Meta, nur teurer.
Fazit
Google fängt Nachfrage ab, Meta erzeugt sie. Für akute Bedarfe gehört Google an den Anfang, für alles, was Menschen aufschieben, Meta. Wer beides kann, kombiniert; wer mit einem Kanal startet, wählt den, der zum Moment seines Kunden passt, und regelt den Rückruf, bevor der erste Euro läuft.
Häufige Fragen dazu
Kann ich mit kleinem Budget beide Kanäle fahren?
Unter 2.000 € im Monat eher nicht. Jeder Kanal braucht genug Daten, um zu lernen; zwei halbe Budgets liefern meist zwei schlechte Ergebnisse. Starte mit einem Kanal und ergänze, wenn die Zahlen stehen.
Warum schaltet ihr selbst vor allem Meta?
Weil wir dort Angebot, Werbemittel, Landingpage und Rückruf als ein System betreiben können und das Volumen für lokale Betriebe größer ist. Wenn Google für dein Angebot besser passt, sagen wir dir das im Erstgespräch.
Was ist mit Google Business Profil und SEO?
Beides ist Pflicht, kostet aber Zeit statt Budget und wirkt langsam. Anzeigen bringen Anfragen in Tagen, SEO in Monaten. Wer beides macht, hat die stabilste Basis.
Alle Zahlen in diesem Artikel sind Richt- und Beispielwerte aus vergleichbaren Kampagnen, keine Zusage über Ergebnisse. Was bei dir möglich ist, klären wir im Erstgespräch mit deinen Zahlen.





