Ratgeber · · 6 Minuten Lesezeit
Mitarbeiter finden mit Meta Ads. Recruiting, das Bewerbungen bringt.
Die Stelle steht seit Monaten auf dem Portal, es kommen drei Bewerbungen, zwei davon unpassend. Das Problem ist nicht der Betrieb, sondern der Ort der Suche: Wer einen Job hat, liest keine Stellenbörsen. Er scrollt abends durch Instagram. Hier steht, wie Recruiting über Meta-Anzeigen funktioniert, was es kostet und wo es scheitert.
Von Christoph Schuffenhauer, Geschäftsführer My Digital Solution GmbH
Warum Jobportale für Fachkräfte nicht reichen
Portale erreichen Menschen, die aktiv suchen. Die gesuchte Steuerfachangestellte, der Elektriker mit Erfahrung, die MFA mit Röntgenschein suchen meist nicht aktiv, sie sind beschäftigt und unzufrieden genug, um zuzuhören, aber nicht genug, um Lebensläufe zu verschicken. Meta-Anzeigen erreichen genau diese Gruppe: nach Region, Alter und Interessen, im Feed, zwischen Freunden und Hobbys. Dort entscheidet in drei Sekunden, ob die Anzeige ehrlich wirkt.
So ist eine Recruiting-Kampagne aufgebaut
Eine Anzeige zeigt den Betrieb, nicht ein Stockfoto: das Team, die Werkstatt, die Praxis, idealerweise ein kurzes Handyvideo des Chefs. Der Text nennt drei konkrete Dinge, die den Job besser machen (Vier-Tage-Woche, feste Touren, kein Wochenende, Gehaltsspanne). Der Klick führt auf eine kurze Bewerbungsseite mit fünf Feldern, ohne Lebenslauf, ohne Anschreiben: Name, Telefon, Beruf, Erfahrung, Wunschtermin für ein Gespräch. Innerhalb von 24 Stunden ruft jemand an, sonst ist die Person wieder weg.
- Zielgruppe: Umkreis 30 bis 50 km, Berufsgruppe über Interessen und Jobtitel eingegrenzt
- Werbemittel: eigene Fotos und ein Video unter 30 Sekunden, drei Varianten im Test
- Bewerbungsseite: eine Minute Aufwand am Handy, Bestätigung per WhatsApp oder SMS
- Rückmeldung: am selben Werktag, Gespräch innerhalb von drei Tagen
Was eine Bewerbung kostet
Aus unseren Kampagnen und vergleichbaren Daten liegt eine Bewerbung mit Telefonnummer je nach Beruf und Region zwischen 15 und 60 €, qualifizierte Gespräche zwischen 60 und 250 €. Eine Einstellung kostet damit oft weniger als eine Monatsgebühr auf einem Portal, bei dem niemand antwortet. Das sind Richtwerte, keine Zusage: Gesuchte Berufe in Ballungsräumen sind teurer, regionale Betriebe mit gutem Ruf günstiger.
Die drei Fehler, die alles kaputt machen
Erstens: Anzeigen auf die Karriereseite mit zehnseitigem Formular. Zweitens: keine Antwort. Bewerber, die drei Tage nichts hören, haben beim Wettbewerber unterschrieben. Drittens: Versprechen, die der Betrieb nicht hält. Wer „familiäres Team“ schreibt und am ersten Tag anschreit, zahlt die Anzeige doppelt, mit Kündigung und mit Bewertung.
Recruiting über Meta ist kein Zaubertrick, sondern dieselbe Mechanik wie bei Kundenanfragen: ehrliches Angebot, kurzer Weg, schneller Rückruf. Wer das hat, findet Leute. Wer nur die Anzeige schaltet, findet Klicks.
Häufige Fragen dazu
Funktioniert das auch für kleine Betriebe mit einer offenen Stelle?
Ja, gerade dort. Eine Kampagne für eine Stelle läuft zwei bis sechs Wochen mit 300 bis 800 € Werbebudget. Wichtiger als Budget ist, dass jemand die Bewerbungen am selben Tag anruft.
Dürfen Steuerberater und Ärzte so Personal suchen?
Ja. Stellenanzeigen sind keine Werbung um Mandanten oder Patienten; die berufsrechtlichen Grenzen betreffen die Darstellung der Kanzlei oder Praxis, und auch die halten wir sachlich.
Was macht ihr, was wir nicht selbst könnten?
Zielgruppen, Werbemittel, Bewerbungsseite, Tracking, und auf Wunsch den ersten Anruf durch unser Setter-Team. Vieles könnte ein Betrieb selbst, die meisten haben dafür keine Zeit. Details im Erstgespräch.
Alle Zahlen in diesem Artikel sind Richt- und Beispielwerte aus vergleichbaren Kampagnen, keine Zusage über Ergebnisse. Was bei dir möglich ist, klären wir im Erstgespräch mit deinen Zahlen.